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Digitale Information und Kommunikation (IKT)

Bringschuld des Staates, nicht Holschuld der Bürger!

Das Internet gewinnt in unserer Gesellschaft an Bedeutung. Doch älteren Menschen fehlt oft der Zugang zu digitalen Informationsquellen und Diskus-sionsgefässen oder sie sind nicht in der Lage, diese zu nutzen. Deshalb wirkt sich der wachsende Stellenwert des Internets in der Gesellschaft oft negativ auf ältere Menschen aus. Gerade für Ältere aber gilt: wer in der Gesellschaft mitwirken will, muss informiert sein! Der SSR ist besorgt, dass der Bundesrat in seinem Strategiepapier zur Informationsgesellschaft die Situation der Seniorinnen und Senioren ausklammert und damit die Gefahr ihrer digitalen Ausgrenzung in Kauf nimmt.


Neue Informations- und Kommunikationstechniken (IKT) können Unterschiede zwischen Bevölkerungskreisen und Generationen verringern, aber auch verstärken. Der SSR begrüsst daher den Entscheid des Bundesrates, seine Strategie für eine Informationsgesellschaft angesichts der rasanten Entwicklungen zu erneuern. Der Bundesrat hat zwar in seinen Grundsätzen den „Zugang für alle“ festgelegt. Gemäss diesen sollen alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz chancengleichen und barrierefreien Zugang zu den IKT haben. Aber der Bundesrat sieht keine expliziten Massnahmen vor, um ältere Menschen in die Informationsgesellschaft zu integrieren. Das heisst auch, dass er beträchtliche intergenerationelle und soziale Auswirkungen kaum berücksichtigt. Der Digitale Graben kann zur Zerreissprobe für das Netz zwischen Jung und Alt werden. Auf dem Spiel steht die soziale Integration.

Ein Viertel der Schweizer Seniorinnen und Senioren profitieren vom Potenzial des Internets als Informationsquelle und Online-Austauschgefäss. Was soll künftig mit den restlichen 75 % der Senioren passieren? Während in Schule und Erwerbsleben der Umgang mit der IKT staatlich gefördert wird, stehen für ältere Menschen keine flächendeckenden, niederschwel-ligen Angebote zur Verfügung. Dass die Bildungspolitik vor allem in der Kompetenz der Kantone liegt, erschwert die Voraussetzungen zusätzlich. Die Barrieren sind jedoch bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen: Anschaffungskosten für ältere Menschen in beschei-denen Verhältnissen; teure Reparaturen, skeptische Einstellung, wenig altersgerechte Schulungsmöglichkeiten; Bedenken wegen Sicherheitsrisiken, usw.. Im Unterschied zu den USA ist in Europa das Alter das grösste Risiko, von den neuen Technologien ausgegrenzt zu werden.

Deshalb lanciert der Schweizerische Seniorenrat eine Internet-Offensive:

Internet-Offensive des Schweiz. Seniorenrates

Der Handlungsbedarf für eine altersgerechte Strategie des Bundes liegt aus Optik des SSR ebenso auf der Hand wie die Erkenntnis, dass Lösungen gemeinsam mit den Senioren anzugehen sind. Wertvolle Senioren-Offensiven bestehen bereits. Sie werden aber leider vom Bund kaum unterstützt und bleiben damit zufällig. Unter Federführung des SSR wird das Thema „Senioren@Internet“ daher an der Muba06* aufgegriffen. Gemeinsam mit dem BAKOM und Initiativen wie www.seniorweb.ch, Computerias, Stiftung „Zugang für alle“ und Schweiz. Blindenbund werden Chancen / Risiken geprüft und Lösungen gezeigt.


*Senioren-Sonderpräsentation vom 17.2. bis 26.2. an der Muba06, Halle 2.1., Stand G09.

Auskünfte erteilen gerne:

Heidi Deneys

Co-Präsidentin, 2300 La Chaux-de-Fonds, Tel. 032 968 50, E-Mail hdeneys@bluewin.ch


Klara Reber

Co-Präsidentin, 8400 Winterthur, Tel. 052 212 61 43 E-Mail klara.reber@bluewin.ch

Klara Reber

Co-Präsidentin, 8400 Winterthur, Tel. 052 212 61 43 E-Mail klara.reber@bluewin.ch


Für die Internet-Offensive an der Muba06:

Margrit Bossart, Generalsekretariat, Projektleitung Muba06, Tel. 031 372 09 57, E-Mail: bossart.bern@bluewin.ch